Was ist

Mediation?



Mediation ist ein Weg, um zusammen mit der anderen Konfliktpartei eine Lösung mit Gewinn für alle Beteiligten zu erarbeiten.

Mit Hilfe des Mediators oder der Mediatorin streben die Parteien freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konfliktes an.

In der Mediation soll eine Vereinbarung getroffen werden, die den wechselseitigen Bedürfnissen und Interessen der Parteien entspricht. Die gefundene Lösung soll von den Beteiligten als gerecht und fair empfunden werden.

Eine Mediation ermöglicht es den Beteiligten, nach Abschluss auf Augenhöhe zu sein. Es gibt eine gemeinsam erarbeitetes Ergebnis und kein Gewinnen oder Verlieren.

In der Mediation werden eigene Lösungen erarbeitet, in der jeder besondere Umstand berücksichtigt werden kann. Es gibt keine richterliche Entscheidung aufgrund der Gesetzeslage.



Vorteile

einer Mediation



Es gibt eine gemeinsame Lösung.

Nach der Mediation können die Beteiligten auch weiterhin einvernehmlich miteinander umgehen.

Die Mediation ist auf ein zeitnahes Ergebnis ausgerichtet.

Die Beteiligten haben das Verfahren selber in der Hand und damit auch die Dauer und die Kosten.

Durch eine Mediation können mögliche zukünftige Konflikte geregelt und vermieden werden.

Bei der Mediation können sich die Beteiligten ihren Mediator oder ihre Mediatorin selber aussuchen.



Anwendungs-

bereiche



Familienmediation
zum Beispiel:

  • bei Trennung und Scheidung
  • bei Lebenspartnerschaften
  • zwischen Eltern und Kindern
  • zur Gestaltung der Familien- situation, zum Beispiel bei Patchwork-Familien
  • zwischen Generationen
  • zur Erarbeitung von Eheverträgen

Mediation zum Thema Erbschaft
zum Beispiel:

  • bei Erbauseinandersetzungen
  • bei Pflichtteilsansprüchen
  • bei Vermächtnissen
  • bei Testamentsvollstreckung
  • zur Erarbeitung von Erbverträgen oder Testamenten; präventiv vor dem Erbfall

Nachbarschaftsmediation
zum Beispiel:

  • zwischen Nachbarn
  • zwischen Wohnungseigentümern
  • zwischen Mietern und Vermietern

Mediation zu den Themen Bildung, Erziehung und Sport
zum Beispiel:

  • zwischen Lehrer*innen
  • zwischen Erzieher*innen
  • zwischen Eltern und Lehrer*innen
  • zwischen Rektor*in und Lehrer*innen
  • zwischen Sportler*innen
  • zwischen Trainer*innen und Sportler*innen
  • zwischen Trainer*innen und Eltern

Mediation zum Thema Bauen
zum Beispiel:

  • bei Baumängeln
  • bei Fristüberschreitungen
  • bei komplexen Bauvorhaben

Mediation in Unternehmen
zum Beispiel:

  • zwischen Mitarbeitern
  • bei Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie



Präventive

Mediation



In einer Mediation können erfolgreich bestehende Konflikte mit Gewinn für alle Beteiligten gelöst werden. Mit einem Mediationsverfahren können jedoch auch  zukünftige Konflikte, die noch gar nicht aufgetreten sind, vermieden werden,  indem sie bereits im Vorfeld geregelt werden.

Einem Konflikt liegen unterschiedliche Interessen der Beteiligten zu Grunde.  Unterschiedliche Interessen bestehen, sobald Menschen zusammen leben oder  arbeiten. Auf mediativem Weg können Regelungen vereinbart werden, die bei  einem eventuellen zukünftigen Konflikt gelten sollen.

So können Ehepartner ihren Ehevertrag gemeinsam mediativ erarbeiten. Der  Erblasser, der befürchtet, dass es nach seinem Tode zwischen den Erben zum  Streit kommen könnte, kann mediativ zusammen mit ihnen einen Erbvertrag oder  ein Testament ausarbeiten, das allen Interessen gerecht wird.

Der Vorteil der präventiven Mediation liegt darin, dass zwischen den Parteien zum  Zeitpunkt der Vereinbarung Einvernehmen und der Wunsch nach einer  harmonischen Regelung besteht. Sollte es zum Konflikt kommen, ist die  gemeinsam erarbeitete Vereinbarung eine bestandsfähige Grundlage, die den  unterschiedlichen Interessen gerecht wird.



Mediation, Therapie
oder gerichtliches
Verfahren?


Sie haben einen Konflikt, der geklärt werden muss?
Sie benötigen zur Klärung Hilfe?
Dann gibt es verschiedene Wege, die Ihnen offen stehen:

Mediation:
Sie können die gemeinsame Bearbeitung einer Lösung mit Ihrem Konfliktgegner anstreben. Sind beide Parteien bereit dazu, kann im Mediationsverfahren mit Hilfe eines Mediators oder einer Mediatorin eine freiwillige, eigenverantwortliche und einvernehmliche Lösung zur Beilegung des Konfliktes erarbeitet werden.

Therapie:
Der Weg zu einem Therapeuten oder einer Therapeutin ist sinnvoll, wenn es darum geht, ein bestehendes Problem aufzuarbeiten, eventuelle Ursachen in der Vergangenheit zu ergründen, und Wege zu finden, in Zukunft damit umzugehen. In einer Therapie geht es um Heilung.

Gerichtliches Verfahren:
Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, zu einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin zu gehen, der Sie darüber aufklärt, wie auf Grundlage der Gesetze die Aussichten sind, die eigene Position durchzusetzen. Er oder sie wendet sich mit Ihren Forderungen an die Gegenseite; sollten diese nicht erfüllt werden, können Sie diese in einem Gerichtsverfahren geltend machen. Bei Gericht vertritt der Anwalt oder die Anwältin Sie und spricht für Sie. Der Richter oder die Richterin entscheidet aufgrund der Rechtslage, wer den Prozess gewinnt oder verliert, ohne dass die Parteien Einfluss auf das Urteil haben.